Das einzige große Zelt ohne Wiesnbier. Dafür Garnelen, Thai-Curry und viel Blingbling.
Aus dem allgemeinen Bewusstsein längst verschwunden, bereicherte bereits 1885 ein großer Weinausschank, die spanische Bodega, das Oktoberfest. Das heutige Weinzelt allerdings wurde erst 1984 durch die Nymphenburg Sektkellerei mit dem Pfälzer Wirt Roland Kuffler auf die Wiesn gebracht. Das aktuelle Zelt stammt aus dem Jahr 2005. 2015 wurde das Zelt im Innenraum leicht umdekoriert. Anstatt Tüchern, die parallel zum Dach unter selbigem hingen, füllen nun Blumenkränze und Weinzeltfahnen den Innenraum. 2023 folgte eine neue Bestuhlung.
Wer Wein auf dem Oktoberfest sucht, ist übrigens nicht an das Weinzelt gebunden. Diesen gibt es auch in anderen kleinen und in den Wirts- und Schützenzelten.
Charakter und Musik
Wer ein besonders intimes Wiesnerlebnis schätzt und nicht aufs Geld schauen muss, kann am Nachmittag im leeren Zelt sein Weißbier zum Mondpreis genießen. Ab 21:00 Uhr, wenn das Zelt ausreserviert ist, wird ausschließlich Wein ausgeschenkt und das bis 00:30 Uhr, zwei Stunden länger als es die meisten anderen großen Zelte tun. Wer des Abends um Einlass begehrt, sucht sich hierfür am besten einen Sonntag aus und schaut am Hintereingang vorbei und tut dies vor 22 Uhr.
Ähnlich der Käfer Wiesnschänke sind die Tische in einzelne Boxen eingeteilt und es wird nahezu keine traditionelle Blasmusik im Zelt gespielt. Auch beim Publikum gibt es Überschneidungen. V.a. ältere, zahlungskräftige Klientel kann sich für das Weinzelt begeistern. Wer sich an proletigen Auswüchsen wie Champagnerspritzen stört, ist hier verkehrt. Das soll zwar 2026 unterbunden werden – wir fragen uns allerdings, wie das durchgesetzt werden soll – doch das Bling-Bling-Refugium der Wiesn soll das Weinzelt weiterhin bleiben. Wirt Sebastian Kuffler machte in diesem Zusammenhang unmissverständlich klar, dass die Wiesn für ihn keine Kulturveranstaltung sei. Das unterstreicht er nicht zuletzt mit seiner hochpreisigen Speisenkarte, die zahlreiche volksfestfremde Gerichte wie Garnelen oder gar Thailändisches bietet. Immerhin die Angebote zur Mittagswiesn sind preislich in Ordnung.
Das Weinzelt setzt ausschließlich Partybands ein. Neben den beiden Hauskapellen, der Högl Fun Band (Abend) und der Blechblos'n (sic!, Nachmittag), spielen zur Mittagszeit am Wochenende die Sumpfkröten und, neu 2026, eine neue steirische Formation namens Die jungen Wilden an den Wochentagen.
Reservierungen 2026
Reservierungen werden im Reservierungsformular seit dem 24. Februar angenommen. Während es bis 2024 einige Abendschichten zum Start gab, werden seither zu Beginn lediglich Nachmittage angeboten. Im Vorjahr wurden Sonntag bis Dienstagabend wenige Tage später freigeschaltet. Im Reservierungswecker konnten wir immerhin auch von Wochenendreservierungen berichten. Der Mindestverzehr gehört mit 95 € pro Person zu den teuersten der Wiesn.
